Urheberrecht macht geistiges Eigentum zu einem handelbaren Wirtschaftsgut

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In unserer neuen Serie „Drei Fragen an…“ führen wir Kurzinterviews mit Menschen, für die Urheberrechte zum Arbeitsalltag gehören. Den Anfang macht Prof. Dr. Christian Sprang, Justiziar beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

Herr Prof. Sprang, warum sind Urheberrechte so elementar, damit auch in Zukunft Fachwissen publiziert wird?

Prof. Sprang: Das Urheberrecht macht geistiges Eigentum zu einem handelbaren Wirtschaftsgut. Das ermöglicht die Entstehung von Wettbewerb um die besten Inhalte und die beste Sichtbarmachung von Fachwissen. Gäbe es diesen Anreiz nicht, würde vielleicht trotzdem irgendwie weiter Fachwissen publiziert, aber vermutlich nicht in so hoher Qualität und nutzergerechter Aufbereitung wie bei Bestehen eines rechtlichen Schutzes der Leistungen von Urheber*innen. Das Urheberrecht nutzt also nicht zuletzt den Nutzer*innen von Fachwissen.

Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen bei der Einhaltung von Urheberrechten in der immer vernetzter und schneller werdenden digitalen Arbeitswelt?

Prof. Sprang: Die zentrale Herausforderung besteht für mich im Angebot von Lizenzsystemen, die es den Nutzer*innen einfach machen, sich legal zu verhalten. Wenn es dann noch gelingt, die Lizenzen weitgehend maschinenlesbar zu machen und die Verwertungserlöse werk- und nutzungsbezogen zuzuordnen, dann würde die digitale Welt auch für die Urheber*innen und ihre Verwertungspartner zu einem Segen. Es lohnt sich deshalb auf jeden Fall, sich diesen Herausforderungen zu stellen!

Sie haben Ihre berufliche Karriere zu großen Teilen dem Thema Urheberrecht gewidmet. Welche Bedeutung hat das Thema denn ganz persönlich für Sie?

Prof. Sprang: Meine Grundüberzeugung ist zwar, dass das Leben nicht dazu da ist, sich nur an seinen Beruf zu verlieren. Aber hier und da kann ich auch im Privaten nicht leugnen, dass mich die intensive Beschäftigung mit dem Urheberrecht schon prägt. Vermutlich gibt es zum Beispiel nicht viele Wähler*innen, die an der Wahlurne überlegen, ob bestimmte Parteien im Hinblick auf ihre Wahlprogramme zum Urheberrecht überhaupt wählbar sind…;)

Author: Joerg Weizendoerfer

Jörg Weizendörfer ist verantwortlich für die Geschäftsfeldentwicklung für Content-Workflow- und Lizenzlösungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und den Aufbau aller hierzu erforderlichen Netzwerke und Schlüsselbeziehungen in diesen Ländern. Joerg kam zu RightsDirect von LexisNexis, einem Tochterunternehmen der Reed-Elsevier Gruppe, wo er zuvor 9 Jahre tätig war und zuletzt als Leiter Vertrieb für Deutschland und Österreich verantwortlich zeichnete. Jörg verfügt ebenso über umfangreiche Erfahrungen im Bereich beratungsintensiver Dienstleistungen und Produkte wie auch in der Entwicklung und im Aufbau von Geschäftsbeziehungen in neuen Märkten. Er lebt und arbeitet in München.

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